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Irrweg RAF – Bilder im Schatten der Eskalation 1977

Gemeinsam zeigen die Ikone der Stuttgarter Stadtfotografie – Horst Rudel – und Autorin Daniela Hillers die Bilder, die im Jahr 1977 im Schatten der Eskalation der Roten Armee Fraktion entstanden sind. Bilder aus dem Alltag in Stuttgart, die trauernden Mütter Baader und Ensslin in der Aussegnungshalle auf dem Dornhaldenfriedhof, der Trauermarsch für die ermordeten Begleiter Schleyers, spielende Kinder vor dem Gefängnis in Stuttgart-Stammheim.

 

Gelingt es uns als Gesellschaft 52 Jahre nach der Gründung der Roten Armee Fraktion und 45 Jahre nach dem Deutschen Herbst dem Appell Manfred Rommels ("Nach dem Tode solle alle Feindschaft ruhen") zu folgen? Dieses Buch zeigt Bilder, die nachdenklich machen und ist eine Liebeserklärung an die Demokratie in schwierigen Zeiten.

 

Mit den Einnahmen des Buches bauen die Autoren eine Bildungskampagne für Jugendliche und Kinder auf, damit Protest und Kultur als Teil unserer Gesellschaft friedlich vermittelt und nicht mehr länger aus Lehrplänen ausgeblendet werden. 

 

Gestaltet wurde das Buch von der Buchkünstlerin Annina Sarantis!

Das grausam laute Schweigen der RAF

Die Geschichte der RAF ist ein Kapitel des grausam lauten Schweigens, der Unsicherheiten und der unaufgeklärten Zusammenhänge – mehr als vier Jahrzehnte nach dem Deutschen Herbst sind der Mord an Hanns Martin Schleyer und die Nacht von Stammheim in den wesentlichen Fragen nicht aufgeklärt. 

 

2017 bricht die ehemalige RAF-Terroristin Silke Maier-Witt zum ersten Mal ihr Schweigen gegenüber Familie Schleyer und trifft den Sohn des 1977 ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer. Wenige Monate nach der Begegnung blickt sie mit der Autorin Daniela Hillers auf Teile deutscher Vergangenheit und die Gesellschaft, die sich im Kern des Schweigens nicht verändert zu haben scheint. Dieses Buch wagt den Versuch, Lebenswege zu zeigen, wie sie unterschiedlicher kaum sein können, und scheitert daran, alle Parteien an einen Tisch zu bringen. Die Autorin wagt ebenso den Versuch, als Vermittlerin zwischen RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock und Jörg Schleyer offene Fragen zu klären und scheitert. Was bleibt sind ein Gedankenprotokoll und Books Verweigerungshaltung.

 

Zwei RAF-Täter sprechen über ihren Weg, auf dem unter anderem die Entführung und Ermordung Hanns Martin Schleyers liegt und dennoch steht das Schweigen im Raum. Terrorismus als beachtliche Fallhöhe zwischen der geglaubten Macht von einst und dem Untergang der Gesellschaft im Schweigen – ein Blick auf Schatten und Kehrseiten unserer Gesellschaft in einer unruhigen Zeit.

Ist das Kunst oder muss das weg?

Kann eine Gesellschaft stabil sein, in der grundlegende Zweifel an Institutionen, Universitäten, Behörden und Politikern gepaart mit Politikverdrossenheit vorherrschen? Die Terroristen der RAF, Staat und Medien führten sich im Deutschen Herbst in einem Wechselspiel eines absurden Theaters gegenseitig an Abgründe.

 

Umgeben von Mythenbildung geben Kulturakteure und Zeitzeugen in diesem Buch Einblicke in ihre Erfahrungen und künstlerische Arbeit zum Thema Rote Armee Fraktion. Ein bewegendes Thema in hektischen Zeiten und aufkeimender Proteste einerseits, Unzufriedenheit und Lethargie andererseits.